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Liebeshoroskop für Jungfrau

Jungfrau




Liebe

Eine Jungfrau begegnet der Liebe mit einer Mischung aus Unschuld, Naivität und Kindlichkeit. Egal, wie oft sie schon verliebt war, für sie ist es jedes Mal wieder wie das erste Mal. Und gleichgültig, mit wie vielen Männern bzw. Frauen sie schon im Bett war, immer wieder zelebriert sie es, als handele es sich um ihre absolute Liebespremiere. Das ist das Reizende an ihr, sie bleibt innerlich jung, frisch, verliebt wie ein »Backfisch« – selbst, wenn sie hundert Jahre alt werden sollte.
Während es – darauf würde ich wetten – unter Jungfraugeborenen bestimmt nicht mehr echte »Jungfrauen« gibt als unter den anderen elf Tierkreiszeichen, existieren unter ihnen unverhältnismäßig viele, die keine eigenen Kinder haben. Das bedeutet nicht, Jungfrauen seien keine guten Väter oder Mütter. Es besagt nur, dass sie offenbar einen »geheimen Plan« erfüllen, nämlich sich nicht durch Vater- oder Mutterpflichten von ihren eigentlichen Aufgaben zu entfernen, die da lauten: allzeit bereit und offen zu sein und dem Höheren zu dienen! Sie übernehmen hingegen gern den Nachwuchs anderer Leute. Ich kenne zig Jungfrauen, die Kinder adoptiert oder einen Partner gewählt haben, der bereits Kinder hatte. Damit ist die Jungfrau wieder »im Plan«, sie greift eine Aufgabe auf und löst sie praktisch. Jungfrauen, die selbst Kinder in die Welt setzen, tun dies oft nicht »für sich«, sondern für ihren Partner, ihre Eltern oder ihre Schwiegereltern.

Sex

Jungfrauen sind mehr als alle anderen an Liebestechniken interessiert – allerdings, das muss betont werden – nicht an seelenloser »Nummernakrobatik«. Vielmehr praktiziert die Jungfrau beim Liebesspiel das gleiche, was sie auch sonst im Leben versucht: ihre Emotionen zu kontrollieren, dieses Mal aber nicht, um sie zu unterbinden, sondern um sie zu kultivieren. Die Jungfrau macht Liebe und lernt dabei, es immer besser zu tun, weil sie ihren jungfräulichen »Controlletti« niemals ganz ausschaltet: Sie spürt mit, ist aufmerksam, fällt nicht in einen schier bewusstlosen Sinnestaumel. Es ist so, als würde sie ein wunderschönes Instrument zu spielen lernen, so, als ginge sie in eine Liebesschule. Neugierig wie ein Kind studiert sie ihren Körper und den des geliebten Partners, experimentiert und versucht herauszufinden, in welchen Körperregionen die Stimulation am meisten Spaß macht und Lust bereitet.
Ihre eigene empfindlichste Stelle ist der Bauch – vom Unterleib bis zur Brust. Streicheln oder zarte Berührungen mit den Lippen, der Zunge, mit Haaren oder Federn und Küsse auf den Bauchnabel machen es selbst einer Jungfrau schwer, nicht in Liebesekstase zu geraten. Eine kreisende Massage des Bauchs mit Schwamm und Seife jagt ihr wohlige Schauer über den Rücken. Überhaupt sind Dusche oder Badewanne der richtige Ort, um das erotische Spiel mit der Jungfrau zu beginnen, denn diese Adams und Evas sprechen auf alles an, was mit Sauberkeit und Reinlichkeit zu tun hat. Festbeleuchtung beim Liebesakt ist allerdings nichts für sie. Jungfrauen stehen und lieben auch nicht gern im Rampenlicht. Gedämpfter Kerzenschein in Schlaf- und Badezimmer und sanfte Musik bilden den richtigen Rahmen für sinnliche Stunden.



Treue

Die Jungfrau ist bei Weitem nicht so treu, wie man eigentlich erwarten dürfte, wenn man mit dem Wörtchen »Jungfrau« spielt: Denkt nicht jeder an einen Unschuldsengel, der unverbrüchlich und standhaft zu seinem Partner steht? Von wegen! Einer typischen Jungfrau gegenüber kann man gar nicht misstrauisch genug sein. Es ist nicht so, dass sie ihren Partner belügen würde, wenn sie Treue schwört. Sie meint es schon so! Aber sie hat es auch wieder vergessen, sobald sie eine andere Gelegenheit ahnt. Die Jungfrau in Reinkultur hat kein »Standvermögen« – weder im sonstigen Leben noch bei der Liebe.
Man kann das »Schwäche, Opportunismus, Wankelmut« oder wie auch immer nennen. In Wirklichkeit ist es ihr Naturell, mit den Gegebenheiten zu fließen. Sie ist heute mit ihrem Partner ein Herz und eine Seele, öffnet sich, gibt sich ganz dieser Beziehung hin. Trifft sie morgen einen anderen Menschen, von dem sie sich geliebt fühlt, blüht sie in dieser Liebe auf. Ich kenne viele Partner von Jungfrauen, die an diesen unschuldigen, liebevollen – liebestollen – Geschöpfen schier verzweifeln.

Eifersucht

So leicht die Jungfrau sich selbst in ein Liebesabenteuer begibt, so empfindlich reagiert sie, wenn ihr Partner mit anderen herumtändelt. Mit leidenschaftlichen Eifersuchtsszenen »nach Art der Sizilianer«, bei denen schon mal Porzellan zu Bruch geht, wird sie sicher nicht reagieren. Sie wird herumnörgeln, kritisieren und sich sogar bis zum Verfolgungswahn über das Verhalten ihres Partners aufregen. Denn Untreue kratzt an ihrem ohnehin nicht sehr stabilen Selbstbewusstsein.
Da sie um die Vergänglichkeit und Endlichkeit des Lebens weiß, löst ein geliebter Mensch, der vielleicht mit anderen nur ein bisschen herumflirtet, um sie, die Jungfrau, aus der Reserve zu locken, bei ihr gleich regelrechte Verlustängste aus. Geht ihr Partner fremd (oder spielt er auch nur mit dem Gedanken daran), sucht die Jungfrau auch immer die Schuld bei sich selbst – und leidet.
Doch letztlich ist sie zu intelligent und zu praktisch veranlagt, um Märtyrer zu sein. Wenn ihr Partner Absprachen wiederholt verletzt, siegt ziemlich schnell ihre Vernunft, und sie handelt nach dem Motto: »Wie du mir, so ich dir!« Und schließlich wird sie auch irgendwann einmal sagen: »Na, dann eben nicht …!«

Flirt

Die typische Jungfrau ist im Grunde sehr schnell zu verführen und regelrecht »pflegeleicht«. Ein bisschen umworben, einmal schöne Augen gemacht – und schon scheint sie förmlich dahinzuschmelzen, denn sie glaubt ja selbst so wenig an sich. Was man ganz sicher nicht tun darf, ist, sie zu kritisieren. Denn das tut sie ja selbst schon bis zur Schmerzgrenze.
Beweisen Sie einer Jungfrau die Freundschaft, bevor Sie versuchen, sie zu verführen. Zeigen Sie, dass Sie nicht nur herumtändeln wollen, sondern es ernst meinen. Und kommen Sie bitte nie zu spät zu einer Verabredung.
Ansonsten stellt sie, wie gesagt, keine großen Ansprüche. »Wohltemperierte Mittellage« ist ihr am liebsten. Auch später, wenn es zu einer Beziehung gekommen ist, braucht sie jeden Tag ihren Kuss und einen Partner, der sie freundlich anlächelt, wenn man sich morgens sieht, will hören, dass sie ein toller Mensch ist, und besteht in schöner Regelmäßigkeit auf ihrem Sex – nicht zu viel, nicht zu wenig. Sie will keinen Partner, der sie mit Liebkosungen zudeckt und beim Liebesakt vor Lust so röhrt, dass die Nachbarn an die Wand trommeln. Ebenmäßigkeit hebt ihr Lebensgefühl, übertriebene Liebe genau wie Gleichgültigkeit töten ihre Lust.



Die Jungfrau und seine Partner