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Mein kosmischer Blick

Die Kolumne von Erich Bauer

Ein Hoch auf das Leben

Vollmond im Stier

Der Vollmond am Mittwoch ist voller Magie. Er befindet sich im Tierkreiszeichen Stier und damit dem Sternzeichen Skorpion genau gegenüber. Damit begegnen sich Frühling (Stier) und Herbst (Skorpion), Leben und Tod. In der magischen Tradition wurde dieser Vollmond schon immer gefeiert.

Man weiß, dass eingeweihte Frauen die Nacht in der Natur verbrachten und dann mit den Verstorbenen sprachen. Auch, dass man unter diesem Vollmond einen tiefen Einblick in das Leben erhalten konnte, dass der Mond zu einem sprach. Vor allem aber ist dieser Vollmond im Stier ein Signal, trotz herbstlicher Melancholie und Trauer das Leben zu feiern: Jetzt erst recht! Dass vielerorts am 11. November um 11:11 Uhr der Karneval beginnt, hängt ebenfalls mit diesem Vollmond zusammen. Der Mond ist so geheimnisvoll. Zuweilen glaubt man, man könnte mit der Hand nach ihm greifen. Dann wieder, zu anderen Zeiten, ist er überhaupt nicht am Himmel zu sehen.



Für die Menschen aller Zeiten war er daher stets ein Zeichen für das Wechselhafte und Veränderliche. Aber dennoch auch für das Regelmäßige und Gleichbleibende. Denn der Mond wiederholt nach einem ganz bestimmten Rhythmus sein Wechselspiel. Ist der Mensch nicht irgendwie genauso? Ändert er nicht auch ständig sein “Gesicht”? Ist er am Morgen nicht in einer völlig anderen Verfassung als am Abend? Strahlt er nicht zuweilen – und kommt sich dann ein anderes Mal so vor, als wäre er am Boden zerstört? Bei all diesem Wechselspiel bleibt er doch immer derselbe.

Wenn man sich genau beobachtet, lässt ich feststellen, dass auch bei einem selbst alles einem festen Rhythmus folgt: nach Stunden des Glücks folgt die Langeweile und dann der Überdruss. Und genauso wandelt sich auch das schlimmste Tief irgendwann in ein Hoch. So gilt der Mond schon immer als ein Abbild der menschlichen Seele, als ein Spiegel, in dem man sich selber wiederfinden kann. Ein Seelenbruder am Himmel! Eine Schwester aus dem gleichen Stoff wie man selbst: Wie tröstlich! Wie beruhigend! Niemand ist allein! Droben am Himmel fängt sich das eigene Sein und findet ein Zuhause.



Aber der Mond spiegelt nicht nur uns Menschen. Noch viel gewaltiger ist das Vermögen von ihm, die anderen Himmelskörper einzufangen und sie der Erde und damit den Menschen zu übersetzen. Noch jedes Unglück und jegliche Katastrophe wurde zwar von den “Großen”, den Planeten Saturn, Uranus, Neptun und Pluto in die Wege geleitet. Aber der letzte und eigentliche Auslöser war immer der Mond. Er bringt die Botschaft der anderen zur Erde. So begegnen sich im Mond Himmel und Erde, der Mensch und die weit entfernten Planetengötter. Den Mond sich zum Freund zu machen, heißt daher immer auch, geschützt und aufgehoben zu sein. Oder, anders gesagt, wer den Mond kennt weiß, was der Himmel will.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist der Mond für denjenigen, der offen ist, ganz nah: sich eingebunden fühlen in süßer Fürsorglichkeit. Zuhause. Angekommen. Frei von Sorgen. Frei von allen Mühen. Nichts ist zu tun. Einfach nur sein. Mystiker aller Zeiten wussten, dass dieser Zustand dem wahren Sein am nächsten ist. Sie gaben ihm wunderbare Worte wie “ewiges Glück”, “Samathi”, “Erleuchtung”, “Satori” oder “Boddhi-Satva-Zustand”.

Auch die Astrologie sieht einen Zusammenhang zwischen ewigem Glück und der Nähe zum Mond. Oder anders gesagt: im Mond ruht die kosmische Seele, und der Mensch kann sie dort entdecken und damit Teil haben an der Unsterblichkeit. In dieser Nacht kann jeder in seiner Seele gesunden, und damit jenes Glück finden, das ihm keiner nehmen kann.

Feiern Sie das Leben!
Tanzen Sie die ganze Nacht!
Bleiben Sie fröhlich!
Ihr Erich Bauer


Das neueste Werk von Erich Bauer

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