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Babylonische Astrologie

Mesopotamien, genauer gesagt Babylon, war die Wiege der Astrologie. In der babylonischen Kosmologie existierten drei "Himmel", wobei nur die zwei unteren für die Menschen sichtbar waren. Die Planeten wurden als Verkünder des göttlichen Willens bezeichnet. Dabei gab es folgende Zuordnung der Götter zu den Planeten:

Sonne – Schamasch

Mond – Sin

Venus – Ischtar

Jupiter – Marduk

Merkur – Nabu

Mars – Nergal

Saturn – Ninurta

Die Omenserie Enuma Anu Enlil beinhaltete um 1000 v. Chr. etwa siebentausend Omina mit astronomischen Angaben auf insgesamt siebzig Tafeln. Günstige Tage wurden damit ebenso bestimmt wie negative und bedrohliche Ereignisse. Es galt, die Kommunikation der Götter mit den Astrologen/Menschen durch die Gestirnstände zu entschlüsseln.

Ein Vorläufer des späteren Horoskops war das babylonische Leberhoroskop. Um Deutungen vornehmen zu können, wurde die Leber eines geschlachteten Schafes in Bezug auf Omina untersucht.

Die Vorläufer der Tierkreisgliederung waren die sogenannten Astrolabien. Sie entstanden um 1100 v.Chr. Um ca. 450 v.Chr. wurden die regelmäßigen 30°-Abschnitte eingeführt. Es handelte sich dabei jedoch um einen siderischen Tierkreis. Im fünften Jahrhundert v.Chr. entstand dann das System der Planetenerhöhungen.

Die Geburtsastrologie entstand in der letzten Phase der babylonischen Astrologie aus der bis dahin angewandten Mundanastrologie.