{"title":"XIII Der Tod","text_intro":"Der Tod ist \u00fcberall.
Jede Sekunde kann mich seine schwarze Gestalt erreichen.
\u00dcberall kann mir sein bleiches Grinsen begegnen.
Schon jetzt kann seine blanke Sichel zum Schwung ausholen, um mich zu treffen.
Mein Leben bewegt sich fortw\u00e4hrend auf ihn zu. Jeder Augenblick bringt mich ihm n\u00e4her.
Der Tod wartet auf mich, ich kann ihm nicht entkommen.
","text_meaning":"Der Mensch f\u00fcrchtet den Tod, weil er m\u00e4chtiger ist als er. In seiner Angst und Ohnmacht gibt er dem Tod eine schreckliche Gestalt: Als Gerippe, eingeh\u00fcllt in einen schwarzen Mantel, ist er der grausame Vollender, der das Leben jeden Augenblick vernichten kann.
Der Tod verunsichert den Menschen zutiefst. Nichts ist vor ihm sicher. Er nimmt die Geliebte und holt das Kind. Er vernichtet grundlos in endlosen Kriegen und er t\u00f6tet mitten im herrlichsten Frieden. Der Tod ist unberechenbar, niemand kennt seine Stunde.
In seiner Angst vergisst der Mensch, dass das Leben st\u00e4ndig begleitet wird vom Tod, dass sich Leben nur erf\u00fcllen kann, wenn das Sterben existiert.
Das Blatt am Baum tanzt im Herbst in den Tod. Und doch w\u00e4chst im Fr\u00fchling neues Leben, als g\u00e4be es keine Verg\u00e4nglichkeit. Alles Lebendige ist in st\u00e4ndigem Wandel und jede Verwandlung bedeutet den Tod einer alten Gestalt. Das Neue ist nur m\u00f6glich, wenn das Alte vergeht.
Wer den Tod f\u00fcrchtet oder verdr\u00e4ngt, wacht \u00e4ngstlich \u00fcber sein Leben. Aus Angst vor dem Tod gibt er seinem Leben die Ruhe eines Friedhofes und sucht sich mit tausend Sicherheiten zu sch\u00fctzen. Aber der Tod gibt dem Leben erst Schwung. Er ist es, der es erst lebendig macht. In manchen Kulturen wird der Tod eines Menschen ekstatisch gefeiert. Voll Freude zelebriert man die gro\u00dfe Ver\u00e4nderung, die dem Verstorbenen zugesto\u00dfen ist.
Im Lichte der Karte des Todes wird der Mensch daran erinnert, dass nichts und niemand von Dauer sind, dass alles nur einen Herzschlag lang besteht. Er erf\u00e4hrt, dass der Tod der ewige Begleiter des Lebens ist und erkennt, dass seine Einstellung zum Leben nur ein Spiegelbild seiner Einstellung zum Tod ist.
","text_statement":"Der Tod, das Absolute und Unab\u00e4nderliche
Verlust und Hoffnungslosigkeit
Aufl\u00f6sung und Verwandlung
Der Tod als Begleiter des Lebens
So leben, als w\u00e4re es der letzte Augenblick
\u2003
","image":"xiii_der_tod1_large.gif","link":"13-der-truempfe","yesno":"0","intro":"Der Tod ist \u00fcberall.
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Schon jetzt kann seine blanke Sichel zum Schwung ausholen, um mich zu treffen.
Mein Leben bewegt sich fortw\u00e4hrend auf ihn zu. Jeder Augenblick bringt mich ihm n\u00e4her.
Der Tod wartet auf mich, ich kann ihm nicht entkommen.
","meaning":"Der Mensch f\u00fcrchtet den Tod, weil er m\u00e4chtiger ist als er. In seiner Angst und Ohnmacht gibt er dem Tod eine schreckliche Gestalt: Als Gerippe, eingeh\u00fcllt in einen schwarzen Mantel, ist er der grausame Vollender, der das Leben jeden Augenblick vernichten kann.
Der Tod verunsichert den Menschen zutiefst. Nichts ist vor ihm sicher. Er nimmt die Geliebte und holt das Kind. Er vernichtet grundlos in endlosen Kriegen und er t\u00f6tet mitten im herrlichsten Frieden. Der Tod ist unberechenbar, niemand kennt seine Stunde.
In seiner Angst vergisst der Mensch, dass das Leben st\u00e4ndig begleitet wird vom Tod, dass sich Leben nur erf\u00fcllen kann, wenn das Sterben existiert.
Das Blatt am Baum tanzt im Herbst in den Tod. Und doch w\u00e4chst im Fr\u00fchling neues Leben, als g\u00e4be es keine Verg\u00e4nglichkeit. Alles Lebendige ist in st\u00e4ndigem Wandel und jede Verwandlung bedeutet den Tod einer alten Gestalt. Das Neue ist nur m\u00f6glich, wenn das Alte vergeht.
Wer den Tod f\u00fcrchtet oder verdr\u00e4ngt, wacht \u00e4ngstlich \u00fcber sein Leben. Aus Angst vor dem Tod gibt er seinem Leben die Ruhe eines Friedhofes und sucht sich mit tausend Sicherheiten zu sch\u00fctzen. Aber der Tod gibt dem Leben erst Schwung. Er ist es, der es erst lebendig macht. In manchen Kulturen wird der Tod eines Menschen ekstatisch gefeiert. Voll Freude zelebriert man die gro\u00dfe Ver\u00e4nderung, die dem Verstorbenen zugesto\u00dfen ist.
Im Lichte der Karte des Todes wird der Mensch daran erinnert, dass nichts und niemand von Dauer sind, dass alles nur einen Herzschlag lang besteht. Er erf\u00e4hrt, dass der Tod der ewige Begleiter des Lebens ist und erkennt, dass seine Einstellung zum Leben nur ein Spiegelbild seiner Einstellung zum Tod ist.
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Verlust und Hoffnungslosigkeit
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Der Tod als Begleiter des Lebens
So leben, als w\u00e4re es der letzte Augenblick
\u2003
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