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Mein kosmischer Blick

Die Kolumne von Erich Bauer

Hexen-Vollmond am 10. Mai

Jetzt sind Wunder möglich!

Im offiziellen Kalender steht, dass die Walpurgisnacht am 30. April stattfindet. Vor allem auf dem Land existiert zum Teil noch heute der Brauch, Feuer zu entzünden. Es hieß auch, wer mutig genug war, um über das Feuer zu springen, würde einen Wunsch erfüllt bekommen. Die ursprüngliche Bedeutung dieser Walpurgisnacht ist allerdings der „Hexen-Vollmond“, und der fand nicht an einem fixen Kalendertag statt, sondern immer am ersten Vollmond im Mai.


Jetzt muss man nur noch richtig deuten, was mit „Hexe“ gemeint ist, nämlich wissende Frauen, die überall in der Welt seit Urzeiten existieren und das geheimnisvolle Wissen der Erde sammelten und weitergaben. Dass man diese eingeweihten Frauen auch immer wieder als Hexen verschrie und zum Teil brutal verfolgte, liegt unter anderem an der Hybris männlicher Köpfe. Vor allem die modernen Medizin, die im 18. Jahrhundert erstarkte, sah in den wissenden Frauen eine Konkurrenz, die es zu beseitigen galt.

Aber warum am ersten Vollmond im Mai, und was genau geschah in dieser Nacht? Dieser Mond verbindet Leben und Tod, denn die Sonne befindet sich im Tierkreiszeichen Stier, dem Inbegriff für Lebensfreude, und der Vollmond befindet sich im Skorpion, einem Symbol für den Tod. Und weil in dieser Vollmondnacht zu ungeheuere Gegensätze aufeinandertreffen, ergeben sich Möglichkeiten für Wunder. Die wissenden Frauen der Vergangenheit erlangten in dieser Nacht Einsichten, um dem Tod - wenn auch nicht zu besiegen –, so doch in Schranken zu verweisen. Sie lernten Heilmittel gegen Krankheiten. Es ist überliefert, dass kranke Menschen in dieser Vollmondnacht wieder gesund wurden.

Es sind also Wunder möglich und zwar nicht nur solche, bei denen es um Krankheit und Gesundheit geht. Insbesondere heißt es, dass man in dieser Nacht die Liebe zwischen zwei Menschen festigen kann, so, dass man nie mehr auseinandergeht. Auch Sorgen und Ängste können in dieser Nacht verschwinden. Was muss man tun? Als erstes muss man bei diesem Ritual ganz alleine sein. Man darf mit niemandem darüber sprechen. Wenn dann der volle Mond am Mittwochabend aufgeht - das wird gegen 19:00 Uhr sein – soll man sich zurückziehen, ganz für sich sein, sich auf seinen Wunsch besinnen, ihn dann mit der Hand auf ein Papier schreiben, dieses dann zusammen falten und vor das Fenster legen und mit einem Stein beschweren.


Vor dem Einschlafen soll man sich mit seinem ganzen Sein auf seinen Wunsch beziehen und sich wünschen, dass er in Erfüllung geht. Der Zettel bleibt die ganze Nacht draußen und wird dann am Morgen, bei Tageslicht, in einer Kerzenflamme verbrannt, ohne dass er nochmals geöffnet wird. Alles weitere muss man dem Mond und seiner Magie überlassen.

Vertrauen Sie dem Vollmond und seiner Magie
Ihr Erich Bauer